K-i-E® Güteprozess

Angemessene Qualität in Prozessen

„Güte“ bezeichnet hier die Bereitschaft, eine angemessene Qualität gemeinsam herzustellen. Der Begriff „gemeinsam“ bezieht sich hierbei auf das Herstellen des Ergebnisses und dehnt sich somit auf die beteiligten Kollegen, Bereiche, das gesamte Unternehmen und ggf. über die Unternehmensgrenzen hinweg auf Zulieferer aus.

Ergebnisse werden unter angemessenem Ressourceneinsatz und in angemessener Qualität erstellt. Dabei wird die Qualität bereits in frühen Phasen hergestellt, wodurch spätere Probleme und Aufwände begrenzt werden. In nachfolgenden Prozessschritten wird auf einem besseren Ergebnis aufgebaut, was den Gesamterfolg ermöglicht.

Mit dem Güteprozess entwickelt sich die Eigenverantwortung der Beteiligten, welche die Voraussetzung dafür ist, den eigenen Erfolg herzustellen. Gleichzeitig wird die Verantwortung für das eigene Prozessergebnis übernommen. Darüber hinaus wird die gemeinsame Unterstützung für das gesamte Lieferergebnis entwickelt und im Prozess verankert. Die Qualitätskennzahlen zur Überwachung und Steuerung entstehen automatisch und erhalten die Prozessqualität. Es entsteht eine Verlässlichkeit zwischen den Prozessbeteiligten, insbesondere in den Übergängen der Prozessschritte (Quality-Gates). So entsteht ein selbstorganisierter Prozess, der die Prozessbeteiligten befähigt, die Qualität selbstbestimmt herzustellen. Eine Kultur von Selbstverantwortung, Offenheit, Verbindlichkeit und Ehrlichkeit wächst messbar von selbst und bleibt im Güteprozess verankert.

Mit dem Güteprozess organisieren die Prozessbeteiligten – basierend auf Experteneinschätzungen – die Qualität selbst. Die automatisch entstehende Dokumentation überwacht und steuert den Prozess selbstregulierend. Die Haltung, eine angemessene Qualität gemeinsam herzustellen, ist im Prozess verankert und führt zum Prozessergebnis. So entsteht wirkliche Prozessqualität, einfach, klar und selbststeuernd.

Die selbst erzeugte Ergebnisqualität eines Prozessschritts, entsprechend der Güte auf der K-i-E Skala, wird von den Verantwortlichen selbst eingeschätzt und mit dem Ergebnis an den nächsten Prozessschritt übergeben. Der Verantwortliche des folgenden Prozessschritts kann sich zum einen auf die übergebene Güte einstellen. Die abgegebene Einschätzung der Güte wird überprüft, inwieweit sie für den anstehenden Prozessschritt tatsächlich ausreicht und wird dem Verantwortlichen zurückgespiegelt. Zum anderen kann der Prozess in Abhängigkeit der Güte gesteuert werden. Eine Güte von 1 bis 5 wird zurückgewiesen, da auf dieser Basis keine ausreichende Qualität im Prozessschritt erstellt werden kann. Bei 6 bis 7 wird mittels Rücksprache die Qualität hergestellt und bei 8 bis 10 kann der nachfolgende Prozessschritt umgesetzt werden. Mit Hilfe der K-i-E Skala steht ein einfaches normiertes Instrument zur Verfügung, um im Prozess klar und einfach zu kommunizieren und zu steuern.

Die Motivation und Leistungsbereitschaft der Prozessbeteiligten wird durch die Emotion Scham forciert, wie wir aus der Emotionstheorie wissen.

Die offene Kommunikation führt dazu, dass ein gesunder Wettbewerb entsteht und sich die Prozessbeteiligten mit einer normierten dokumentierten Qualität, basierend auf dem Expertenwissen, austauschen. Damit wird die Qualität im Prozess automatisch dokumentiert, einfach kommuniziert, transparent für alle Beteiligten überwachbar und selbständig gesteuert.

Für die Einführung des K-i-E Güte-Prozesses ist eine Change-Maßnahme zu empfehlen, da in bestehende Prozesse und gewachsene „Schutzburgen“ eingegriffen wird. Der Güteprozess deckt häufig die Versäumnisse der Vergangenheit und deren Verursacher auf. Die Güte liegt in vielen Projekten, gerade in frühen Prozessschritten bei 5, was zum einen hohes Potenzial für Verbesserung aufweist, zum anderen das Risiko für Blockaden gegen die Einführung durch passive Widerstände, Rechtfertigung, Schuldzuweisung, Verschleierung, Abwertung und persönliche Angriffe birgt. Eine klare Auftragsdefinition mit dem Gesamtverantwortlichen, eine Governance, die offen kommuniziert wird, und eine möglichst kurze Projektlaufzeit wirken diesen Widerständen entgegen.

Die Erfahrungen zeigen, dass nach kurzer Zeit eine gute Qualität und die Basis für eine konstruktive Zusammenarbeit hergestellt werden. So entsteht wirkliche Prozessqualität – einfach, klar und selbststeuernd.


Referenz

„Das System lernt von selbst. Nach nur 3 Monaten wurde die Güte der Anforderungen von 4 auf 8 gesteigert.“
Leiter Anforderungsmanagement

„Die Qualität der zu liefernden Aufgaben stieg in drei Iterationen auf eine angemessene Stufe.“
Leiter Multiprojektmanagement